Rennsteiglauf Vorbereitung 2016

„Wir wollten Torsten einfach etwas Neues zeigen!“ Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen erklärt Steffen Geiger (51), warum er im Januar vorschlug, sich gemeinsam mit Torsten Baron (49) und Sven Eric Schnitker (45) gezielt auf den Rennsteigmarathon  vorzubereiten. „Das ist Europas größter Crosslauf und er hat seine ganz eigenen Reize“, ergänzt Schnitker, der wie Geiger schon aus eigener Erfahrung weiß, was an diesem Sonnabend auf sie zukommt: 42,195 Kilometer durch den Thüringer Wald, dabei sind über 1600 Höhenmeter zu bewältigen. Nicht gerade ein Pappenstiel für Läufer aus dem Flachland. 

Torsten Baron kann nur ahnen, welche Herausforderung auf  ihn wartet. Zum ersten Mal war er  vor neun Jahren beim  Luisenturmlauf im Teutoburger Wald bei einer ähnlichen Veranstaltung gestartet. Danach stand das Laufen etwas im Hintergrund. Erst bei den Lauffreunden Sandhatten intensivierte er es wieder.

„Die Stimmung  am Rennsteig ist unvergleichlich“, schwärmen Geiger und Schnitker. Vor dem Start um 9 Uhr werden in Neuhaus am Rennsteig die etwa 3000 Athleten mit dem „Schneewalzer“ in Stimmung gebracht und ein wenig abgelenkt. Nach dem Rennen startet im Zielort Schmiedefeld mit den Athleten der anderen Läufe (Supermarathon,  Halbmarathon sowie Walkern und Wanderern)  der legendäre Ausklang, bei dem immer wieder das Rennsteiglied angestimmt wird. „Bei dieser Stimmung vergisst du die Strapazen schnell“, ermutigt Schnitker den Neuling Baron, der besonders gespannt auf die Verpflegung unterwegs ist: Neben Obst und alkoholfreien Getränken können die Athleten auch zu einem Bier greifen oder sich mit Thüringer Bratwürsten, Schmalzbrot sowie Haferschleim stärken.  Torsten Baron folgt den Ausführungen ungläubig, denn diese Nahrung ist atypisch für Langstreckenläufer.  

Für die Sandhatter ist Ankommen das Ziel. Vor allem für Torsten Baron, der bis 18 Uhr im Ziel sein muss. Er kann auf die Unterstützung von Steffen Geiger bauen,  Schnitker wird sein eigenes Rennen laufen. Gemeinsam werden sie aber im Ziel feiern. Und dann wird Torsten Baron feststellen, ob sich die vielen Trainingskilometer seit Januar gelohnt haben und der Start bei diesem Traditionslauf es wert war.

Text & Foto von Fried-Michael Carl